Die Installation „LOST MEN FRANCE“ des südafrikanischen Künstlers Paul Emmanuel ist Teil der dritten Phase eines internationalen Kunstprojekts, das unsere Konzepte von Erinnerung und kollektiver Trauer hinterfragt und weiterentwickelt. Emmanuels Intervention wird im Rundgang der Erinnerung an den ehemaligen Schlachtfeldern der Somme nahe der Gedenkstätte Thiepval realisiert. Hier fielen tausende südafrikanischer Soldaten auf Seiten der Alliierten.

Emmanuels Installation ist eine Anklage gegen den Krieg, gegen die Verherrlichung des Heldentods und hinterfragt unsere Wahrnehmung von Männlichkeit und Verletzlichkeit. Sie stellt die unangenehme Frage warum nicht allen Männern in den üblichen Mahnmalen gedacht wird, warum schwarze südafrikanische Soldaten ausgeschlossen werden.

Eine 600 Meter lange Allee aus seidenen Fahnen erinnert an die Namen von französischen, deutschen, südafrikanischen und alliierten Soldaten, die an der Westfront starben. Die Namen der gefallenen Soldaten wurden ungeachtet ihres Rangs, ihrer Nationalität oder ihrer ethnischen Zugehörigkeit auf den Körper des Künstlers gepresst und dann abfotografiert. Die seidenen Fahnen werden somit ein Teil der Landschaft und sind dem Spiels des Windes ausgesetzt. Sie sind ein wichtiges Plädoyer gegen die Sinnlosigkeit des Krieges.
             

© paul emmanuel